Die Energie Zukunft Schweiz AG heisst neu Renera AG.
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Im Fokus des diesjährigen Stromstammtisches standen die Strategie im Umgang mit Lokalen Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) sowie die Entwicklung dynamischer Stromtarife. Das grosse Interesse und die regen Diskussionen unterstreichen die Relevanz dieser Schwerpunktthemen und den Nutzen von Austausch zu Best practice unter Energieversorgungsunternehmen (EVU).
Die Motivation hinter der Nutzung von LEG als strategisches Instrument für EVU ist vielschichtig. Vor Ort boten zwei Vereinsmitglieder konkrete Einblicke in Beispiele aus der Praxis. Diese zeigten, wie LEG dazu genutzt werden können, um sich frühzeitig als umfassende Energiedienstleister zu positionieren und sich auf eine mögliche Marktöffnung vorzubereiten. Bei anderen Vereinsmitgliedern stehen bei den Argumenten für LEG die Förderung des PV-Zubaus, die höhere Rentabilität eigener PV-Anlagen oder die Netzentlastung im Vordergrund.
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LEG können helfen, sich frühzeitig als umfassenden Energiedienstleister zu positionieren und auf eine mögliche Marktöffnung vorzubereiten.
Neben dem Austausch zu den verschiedenen strategischen Ansätzen wurden auch konkrete Hürden in der praktischen Umsetzung diskutiert, unter anderem das Unbundling. Ein EVU, das eine eigene LEG aufgleisen und dafür aktiv Stromkunden gewinnen möchte, darf hierfür aus rechtlichen Gründen keine Kundendaten aus der Netzsparte oder der Grundversorgung nutzen. Zudem müssen diese wettbewerblichen Dienstleistungen separat abgerechnet werden und dürfen nicht in die gesetzlichen Tarife einfliessen, was den administrativen Aufwand in der Praxis spürbar erhöht. Als Lösungsansätze wurden unterstützende Softwarelösungen und die Einholung einer expliziten Kundeneinwilligung diskutiert, um die LEG-Abrechnung trotz der regulatorischen Vorgaben effizient und direkt über die reguläre Stromrechnung abzuwickeln.
Der zweite Schwerpunkt des diesjährigen Stromstammtisches lag auf der Ausgestaltung und Kundenakzeptanz von dynamischen Stromtarifen. Die aktuelle Forschung zeigt, dass klassische Einheitstarife die höchste Akzeptanz bei den Endkund:innen geniessen. Bei der Vergütung von Netzdienlichkeit erweist sich eine garantierte Einsparung als entscheidender Faktor für die Akzeptanz bei der Endkundschaft, was in der Praxis ideal über einen garantierten Flexibilitätsrabatt umgesetzt werden kann. Es zeigt sich zudem, dass die meisten Kunden schlicht den Standardtarif wählen - unabhängig von der Tarifgestaltung. Die Gründe hierfür liegen oft in einem geringen Beschäftigungsinteresse mit der Thematik oder darin, dass die Einsparungen als zu tief wahrgenommen werden, um einen echten Wechselanreiz zu bieten.
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Die meisten Kund:innen wählen schlicht den Standardtarif – unabhängig von der Tarifgestaltung.
Dies unterstreicht, wie zentral die Sensibilisierung der Endkunden für den Nutzen dynamischer Tarife ist. Einen wertvollen Praxisinput dazu lieferte Alexander Büchi, Leiter Netz bei der EKZ, der den seit Jahresbeginn bei der EKZ eingeführten dynamischen Wahltarif vorstellte. Am Beispiel des aktuellen dynamischen Wahltarifs wurde deutlich, wie sich die Nachfrage für dynamische Stromtarife aktuell in der Praxis verhält:
Dynamische Wahltarife bleiben somit voraussichtlich ein Nischenprodukt für eine gut informierte Minderheit mit steuerbaren Lasten. Für die breite Masse der Stromkunden fehlt es schlicht an flexiblen Verbrauchern, dem nötigen Verständnis oder einem ausreichend grossen finanziellen Anreiz, um den gewohnten und unkomplizierten Standardtarif zu verlassen.
Die Veranstaltung bot, ganz nach dem Grundgedanken des Vereins EZS, eine wichtige Plattform für den offenen und transparenten Dialog. Das gemeinsame Diskutieren von Best Practices und das gegenseitige Challengen eigener Ansätze, wie beispielsweise der konkreten LEG-Strategien, ermöglicht es den Mitgliedern, effektiv voneinander zu lernen. Dieser kollegiale Austausch trägt massgeblich dazu bei, die anstehenden Aufgaben der Energiezukunft partnerschaftlich, schneller und mit hoher Qualität zu bewältigen. Ein herzlicher Dank gilt allen Teilnehmenden für die wertvollen Beiträge.

Marisa Timm
Projektleitung
marisa.timm@ezs.ch