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Schweizer investieren im Ausland

Schweizer investieren im Ausland

Freitag, 13. März 2020

Schweizer Energieunternehmen und institutionelle Anleger investieren intensiv in erneuerbare Energie – aber vor allem im benachbarten Ausland. Grund dafür sind unbefriedigende inländische Rahmenbedingungen.

Die Energie Zukunft Schweiz AG präsentiert ihre Folgeerhebung der Schweizer Investitionen in erneuerbare Energieanlagen: Seit der letzten Erhebung 2016 wuchs die ausländische, erneuerbare Produktionskapazität in Schweizer Besitz um fast drei Viertel. Alle Schweizer Kraftwerke im Ausland zusammen erzeugen jährlich bald 11.5 Terawattstunden (TWh) Strom; 2.4 TWh befinden sich aktuell im Bau. 

In der Schweiz haben bis jetzt Anlagen mit einer Jahresproduktion von insgesamt 7.6 TWh Strom aus neuen erneuerbaren Energien einen positiven Förderbescheid erhalten (Kleinwasserkraftwerke, Wind und Solarkraftwerke, Biomassekraftwerke); dies entspricht einem Wachstum von nur 9% seit dem Jahr 2016. 3.1 TWh der 7.6 TWh Produktionskapazität in der Schweiz sind noch nicht gebaut.

Die wichtigsten Besitzer von erneuerbaren Energiekraftwerken im Ausland sind die BKW Gruppe mit 1.5 TWh, die Axpo Holding AG mit 1.4 TWh und der Investor Aventron AG mit 1.1 TWh Jahresproduktion. Investiert wird hauptsächlich in Windenergie (mehr als 80% der Investitionen). Wasserkraft steht an zweiter Stelle, gefolgt von Solarenergie

 Windkraftwerke sind besonders beliebt wegen ihrer hohen Verfügbarkeit, den tiefen Produktionskosten, vielen jährlichen Produktionsstunden und einem hohen Winterstrom-Anteil. Die tiefen Produktionskosten senken das finanzielle Risiko der Investoren bei einer Senkung der Fördertarife.

Die deutliche Mehrheit der «Schweizer» erneuerbaren Energiekraftwerke steht in den Nachbarländern Deutschland (29% der Anlagen), Italien (21%) und Frankreich (28%). Dies sind alles Länder, mit denen die Schweiz bereits heute intensiven Stromhandel betreibt und die gut ans Schweizer Stromnetz angeschlossen sind. Die Kraftwerke ersetzen mehrheitlich fossile Kraftwerke (z.B. Stein- und Braunkohle), und tragen so dazu bei, die europäische Stromproduktion sauberer zu machen.

Schweizer Energieunternehmen und institutionelle Anleger investieren in erneuerbare Energieanlagen im Ausland, weil sie dort deutlich bessere Rahmenbedingungen vorfinden als in der Schweiz: Mehr bewilligungsfähige Standorte, tiefere Gestehungskosten und gute Energieverfügbarkeit. Verschiedene Projekte in der Schweiz, vor allem Windkraftprojekte, sind wegen langwieriger Bewilligungsverfahren blockiert.

Viele Investoren wünschen sich bessere Rahmenbedingungen in der Schweiz, damit mehr Projekte im Inland umgesetzt werden können. Nur bei der Solarenergie mit Eigenverbrauch ist in der Schweiz ein wesentlicher Zubau zu verzeichnen. Viele grosse Dächer können mangels Eigenverbrauch für die Stromproduktion aber noch nicht wirtschaftlich genutzt werden. Die von der Energiekommission des Nationalrats (UREK-N) am 12. Februar 2020 vorgeschlagenen gesetzlichen Anpassungen sollen dies
ändern.

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