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Energiewende dank Investitionen in Nachbarländern

Energiewende dank Investitionen in Nachbarländern

Donnerstag, 08. September 2016

Neue Zahlen zeigen, dass Windparks und Solaranlagen in Schweizer Hand bereits knapp die Hälfte unserer Kernkraftwerke ersetzen können.

Die Schweiz muss mittelfristig ihre fünf Kernkraftwerke ersetzen. Sie lieferten vergangenes Jahr 22 Terawattstunden (TWh) Strom und deckten damit etwa einen Drittel unseres Strombedarfs. Im Herbst entscheidet das Schweizer Stimmvolk bei der Abstimmung über die Atomausstiegsinitiative, ob diese Kraftwerke nach maximal 45 Jahren Laufzeit ausser Betrieb genommen werden. In die Bresche sollen gemäss Energiestrategie 2050 des Bundes vor allem die neuen erneuerbaren Energien wie Solar- und Windanlagen springen. In diesem Zusammenhang interessiert, wie weit
der Zubau der Erneuerbaren für den Ersatz der Kernenergie bereits fortgeschritten ist.

Energie Zukunft Schweiz hat Investitionen der grossen Schweizer Energieversorger und der wichtigsten institutionellen Anleger in Energieproduktionsanlagen analysiert. Diese investierten in den letzten rund fünf Jahren im Ausland in Anlagen, die pro Jahr mehr als sechseinhalb Terawatt­stunden (TWh) Energie aus neuen erneuerbaren Quellen liefern - vorwiegend in Windkraftanlagen in den gut an unser Stromnetz angebundenen Nachbarländern. Das entspricht Investitionen von rund 7 Milliarden Franken.

In der Schweiz sind KEV-Anlagen in Betrieb, die insgesamt fast 3,4 TWh erneuerbare Energie pro Jahr erzeugen. Nach Angaben der Stiftung KEV, die erneuerbare Energieproduktionsanlagen im Auftrag des Bundes fördert, erhielten bis Ende Juni 2016 inländische Anlagen für zusätzliche 3,8 TWh Jahresproduktion einen positiven Finanzierungsentscheid und werden in den nächsten Jahren gebaut. Projekte für weitere 6,4 TWh befinden sich auf der sogenannten KEV-Warteliste.

Mehrheitlich in den letzten fünf Jahren wurde also von Schweizer Investoren in Anlagen investiert, die zusammen etwa 10 TWh Energie pro Jahr aus neuen erneuerbaren Quellen liefern. Diese Zahlen zeigen: Wenn die Politik bereit ist, für eine inländische Stromversorgung mit erhöhter Versorgungs­sicherheit zu bezahlen - wie das viele andere Länder auch tun - könnten genügend Kraftwerk­projekte in der Schweiz gebaut werden. Aufgrund der beschränkten Anzahl von Projekten, die von einer KEV-Förderung profitieren können («Deckelung»), ist davon auszugehen, dass auch in Zukunft im Ausland mehr Investitionen getätigt werden. Wichtigste Gründe für die massiven Investitionen im Ausland sind die dortigen Rahmenbedingungen mit attraktiver Vergütung, schnellerer Bauab­wicklung, günstigerer Planung sowie – insbesondere bei der Windenergie – oft besser geeigneten Standorten.

Investitionsstrategien verschiedener wichtiger Investoren und die Vergütung der Stiftung KEV weisen darauf hin, dass das „Schweizer“ Ausbautempo der erneuerbaren Energien auch in den nächsten Jahren anhalten wird. «Bei diesem Investitionstempo werden in ungefähr sechs Jahren alle Schweizer Kernkraftwerke durch erneuerbare Energie ersetzt sein», sagt Aeneas Wanner, Geschäftsleiter von Energie Zukunft Schweiz.

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